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lpi1:systemsicherung

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu der Vergleichsansicht

lpi1:systemsicherung [2020/03/05 15:48]
lpi1:systemsicherung [2020/11/20 09:30] (aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
 +====== Komplettsicherung des Systems ======
 +Zuverlässiger ( z.B. offene Dateien ) und möglicherweise einfacher ( z.B. udev ) ist es aus einem Rettungssystem heraus zu sichern. Die folgende Anleitung zeigt dagegen wie man aus einem laufenden System heraus sichert. Hürden wie eine nach ''/​dev''​ gemountete Ramdisk für ''​udev''​ werden dabei gemeistert. Dienste wie Mailserver oder Datenbanken ( offene Dateien ) sollten vorher angehalten werden. ​
 +
 +Abschätzen,​ wie viel Platz benötigt wird:
 +  df -Thlx tmpfs -x devtmpfs
 +-> Summe der Daten auf persistenten,​ lokalen Dateisystemen
 +
 +===== Vorbereitung Zielsystem =====
 +
 +evtl. Platz schaffen wie in [[Plattenplatz]],​ [[Partitionierung]] und [[lvm]] beschrieben
 +  mkdir -p /​mnt/​backup/​dateien
 +
 +=== Ubuntu ===
 +Zielverzeichnis ''/​mnt/​backup''​ muss dem Ubuntu-Nutzer gehören:
 +  chown nutzerXX /mnt/backup
 +
 +=== Debian (ab 8) ===
 +Entweder ​
 +  * [[sudo]] einrichten und wie unter Ubuntu beschrieben vorgehen. ​
 +  * einen [[ssh]]-Schlüssel beim Benutzer root hinterlegen
 +oder
 +  * root das Anmelden mit Passwort erlauben ((
 +<file txt /​etc/​ssh/​sshd_config>​
 +PermitRootLogin yes
 +</​file>​
 +))
 +===== Sicherung =====
 +Diese Schritte werden auf dem zu sichernden System ausgeführt. ​
 +
 +==== Sicherung der UEFI-Einstellungen ====
 +Bei UEFI-Systemen ist es manchmal hilfreich die EFI Variablen zu sichern:
 +  efibootmgr -v > sicherung.efivars
 +
 +==== Sicherung der Partitionierung ====
 +Mehr zur Vorgehensweise siehe [[partitionierung]]. Wenn die Wiederherstellung nicht automatisiert erfolgen muss, reicht auch die Ausgabe von ''​parted''​
 +  parted /dev/sda print > sicherung.parted
 +
 +Ubuntu:
 +  scp sicherung.parted nutzer@server:/​mnt/​backup
 +
 +andere Distributionen (bei denen root ein Passwort hat):
 +  scp sicherung.parted root@server:/​mnt/​backup
 +((
 +alternativ für MSDOS-Partitionstabellen:​
 +
 +  sfdisk -d /dev/sda > sicherung.sfdisk
 +  scp sicherung.sfdisk root@server:/​mnt/​backup
 +
 +bei GPT-Partitionstabellen eine Warnung der Entwickler vorweg: //As of March 2014 (version 0.8.10), sgdisk should be  considered ​ beta  software.//
 +  ​
 +))
 +
 +==== Sicherung LVM Informationen ====
 +  pvdisplay > sicherung.pvdisplay
 +  vgdisplay > sicherung.vgdisplay
 +  lvdisplay > sicherung.lvdisplay
 +  ​
 +alternativ mit 
 +  vgcfgbackup -f sicherung.vg
 +
 +Ubuntu:
 +  scp sicherung.pvdisplay sicherung.vgdisplay sicherung.lvdisplay nutzer@server:/​mnt/​backup
 +
 +andere Distributionen (bei denen root ein Passwort hat):
 +  scp sicherung.pvdisplay sicherung.vgdisplay sicherung.lvdisplay root@server:/​mnt/​backup
 +
 +
 +==== Sicherung anderer Storage Informationen ====
 +  * [[admin_grundlagen:​raid|Software RAID]]
 +  * drbd
 +  * [[lpi2:​iscsi|iSCSI]]
 +  * ...
 +
 +==== Sicherung der Dateisystem-Einstellungen ====
 +=== Von welchen Dateisystemen müssen Einstellungen gesichert werden? ===
 +  lsblk -f
 +oder
 +  df -Thlx tmpfs -x devtmpfs
 +-> alle persistenten,​ lokalen Dateisysteme müssen gesichert werden
 +
 +== ext2 / ext3 / ext4 ==
 +  tune2fs -l /dev/sdaX > sicherung.ext.sdaX
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +
 +== xfs ==
 +  xfs_admin -l -u /​dev/​sdaX ​ > sicherung.xfs.sdaX
 +  xfs_info /​dev/​sdaX ​ >> sicherung.xfs.sdaX
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +
 +== vfat ==
 +  blkid /dev/sdaX > sicherung.vfat.sdaX
 +
 +== swap ==
 +  blkid /dev/sdaX > sicherung.swap.sdaX
 +
 +=== Einstellungs-Dateien auf Zielsystem kopieren ===
 +Ubuntu:
 +  scp sicherung.* nutzer@server:/​mnt/​backup
 +
 +andere Distributionen (bei denen root ein Passwort hat):
 +  scp sicherung.* root@server:/​mnt/​backup
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +
 +==== Sicherung der Dateien ====
 +=== Einhängen der Dateisysteme unter /mnt/system ===
 +In der Ausgabe von ''​df -hT -x tmpfs -x devtmpfs''​ die Mountpoints aller persistenten,​ lokalen Dateisysteme ​ (mit Ausnahme von loop-Devices) identifizieren und unterhalb von ''/​mnt/​system''​ bind-mounten:​
 +
 +  mkdir /mnt/system
 +  mount --bind / /mnt/system
 +  mount --bind /boot /​mnt/​system/​boot
 +  ...
 +
 +((ab RedHat 6, openSuSE 13.1, Debian 8 und Ubuntu 16.04 könnte man auf diesen Schritt verzichten, und statt dessen bei ''​rsync''​ die Option ''​-x''​ bzw. ''​--one-file-system''​ nutzen und die entsprechenden Mountpoints einzeln angeben ))
 +
 +=== mit rsync über ssh Dateien kopieren ===
 +Auf Quell- und Zielsystem muss rsync installiert sein. Alternativ kann man auch [[#​tar_ueber_ssh|tar über ssh]] verwenden. ​
 +
 +== Debian (ab 8) ==
 +Wie oben unter "​[[#​debian_ab_8|Vorbereitung Zielsystem]]"​ beschrieben kann man entweder so vorgehen
 +  * wie bei anderen Distributionen,​ bei denen root ein Passwort hat
 +oder
 +  * wie bei Ubuntu
 +
 +== Ubuntu ==
 +Unter **Ubuntu** gibt es defaultmäßig kein root Passwort. ​
 +Wenn ein **Ubuntu** System das **ZIEL** ist, muss man zunächst dem User, mit dem man sich auf dem Ziel einloggen will, einen Eintrag machen, der ''​rsync''​ via ''​sudo''​ ohne Passwort erlaubt:
 +
 +  sudo visudo -f /​etc/​sudoers.d/​backup
 +
 +und diese Zeile ergänzen:
 +
 +<file txt /​etc/​sudoers.d/​backup>​
 +%sudo  ALL=(ALL) NOPASSWD: ALL
 +</​file>​ (( oder
 +<file txt /​etc/​sudoers.d/​backup>​
 +%sudo  ALL=(ALL) NOPASSWD: /​usr/​bin/​rsync
 +</​file>​
 +))
 +
 +Der Benutzer muss in der Gruppe //sudo// sein
 +
 +Und dann lautet der Befehl zum Backup: ​
 +  rsync -aSH --xattrs --acls --numeric-ids --del --rsync-path="​sudo rsync" /​mnt/​system/​ user@zielsystem:/​mnt/​backup/​dateien
 +
 +== SuSE / BTRFS ==
 +Btrfs snapshot subvolumes können nicht sinnvoll mit rsync oder tar gesichert und wieder hergestellt werden, da die Deduplizierung von Btrfs dabei nicht mehr genutzt wird und die Dateien mehrfach im Backup landen würden. ​
 +
 +== andere Distributionen (bei denen root ein Passwort hat) ==
 +  rsync -aSH --acls --xattrs --numeric-ids --del /​mnt/​system/​ root@server:/​mnt/​backup/​dateien
 +(( mehr zu [[rsync]], u.a. wie man hier ''​rsync''​ auch ohne root-Rechte benutzen kann ))
 +(( mehr zu [[ssh]] ))
 +(( wenn man ein Art Fortschrittsbalken haben will: ''​progress''​ installieren und ''​progress -wm''​ ausführen während rsync läuft. ))
 +
 +== erweiterte Attribute und ACLs mit tar und rsync ==
 +RedHat'​s Versionen von ''​[[tar]]''​ und ''​[[rsync]]''​ können mit ACLs und erweiterten Dateiattributen umgehen, bei Debian ab Version 8. Dazu die Optionen ''​--xattrs''​ ( ''​tar''​ ) oder ''​--xattrs --acls''​ ( ''​rsync''​ ) angeben.
 +
 +=== Plausibilitätsprüfung ===
 +Die wichtigsten Fragen sind:
 +  * sind alle Dateien angekommen? -> Dateien auf Original und Backup zählen
 +  * sind die Berechtigungen korrekt? -> Eigentümer/​Berechtigungen auf Original und Backup vergleichen,​ dabei die [[dateirechte#​beispielungewollter_eigentuemerwechsel_bei_backup_und_restore|Unterschiede in den Benutzer IDs]] auf Original- und Backupsystem beachten
 +  * Sind die Dateien vollständig angekommen? ​
 +
 +== Sind alle Dateien angekommen? ==
 +  * einfach mal mit ''​ls''​ stichprobenartig nachschauen
 +  * mit Hilfe von ''​find''​ und ''​wc''​ Dateien zählen
 +
 +== Sind die Berechtigungen korrekt? ==
 +  * einfach mal mit ''​ls -l''​ stichprobenartig nachschauen
 +
 +== Sind die Dateien vollständig angekommen? ==
 +Einfache Lösung: ​
 +  * den selben rsync-Aufruf noch mal ergänzt durch die Schalter ''​-nv''​
 +  * Größenvergleich mit ''​du -sh''​ -> Achtung: die Größen sind nie exakt gleich, die Größenordnung pro Dateisystem sollte passen.
 +
 +Optional, für Freude der Unix-Kommandozeile:​
 +
 +Auf dem Zielsystem Checksummen für Backup-Dateien erzeugen:
 +  cd /​mnt/​backup/​dateien
 +  find . -xdev -type f -print0 ​ | sort -z | xargs -0 cksum > /​run/​cksum.backup
 +  find . -xdev -print0 | sort -z | xargs -0 getfacl -P -n > /​run/​getfacl.backup
 +
 +Auf dem Original-System Checksummen für Dateien erzeugen: (hier müssen neben ''​.''​ und ''​./​boot''​ möglicherweise weitere Dateisysteme angegeben werden)
 +  cd /mnt/system
 +  find . ./boot -xdev -type f -print0 | sort -z | xargs -0 cksum > /​run/​cksum.orig
 +  find . ./boot -xdev -print0 | sort -z | xargs -0 getfacl -P -n > /​run/​getfacl.orig
 +
 +''/​run/​*.orig''​ auf das Zielsystem kopieren
 +  scp /run/*.orig root@server:​
 +
 +Checksummen vergleichen
 +  diff ~/​cksum.orig /​run/​cksum.backup
 +
 +Berechtigungen vergleichen
 +  diff ~/​getfacl.orig /​run/​getfacl.backup
 +
 +=== Sicherung der ACL-Dateirechte ===
 +nur nötig, wenn ''​tar''​ oder ''​rsync''​ das nicht kann
 +  cd /mnt/system
 +  getfacl --skip-base -P -n -R . > sicherung.acl
 +  scp sicherung.acl root@server:/​mnt/​backup
 +
 +=== Sicherung der erweiterten Dateiattribute ( z.B. SELINUX, capabilities ) ===
 +nur nötig, wenn [[tar]] oder [[rsync]] das nicht kann
 +  cd /mnt/system
 +  getfattr -Rh -m . -d . > sicherung.attr
 +  scp sicherung.attr root@server:/​mnt/​backup
 +
 +====== Löschen des Systems ======
 +=== schnell ===
 +  wipefs -af /dev/sda
 +
 +Oder bei SSDs:
 +  blkdiscard /dev/sda
 +
 +=== sicher ===
 +  dd if=/​dev/​zero of=/dev/sda
 +
 +... und nach ein paar Sekunden ist das System zumindest unbrauchbar. ​
 +Oder bei SSDs:
 +  blkdiscard -s /dev/sda
 +
 +=== paranoid ===
 +  dd if=/​dev/​urandom of=/dev/sda
 +
 +... und laaaange warten
 +
 +=== Gefahr der Beschädigung der Hardware ===
 +
 +Bis Kernel 4.5 ist es möglich, dass durch das Löschen der Dateien unter /​sys/​firmware/​efi/​efivars die UEFI-Firmware beschädigt wird und der Rechner nicht mehr booten kann. 
 +
 +Daher vorsichtig sein mit 
 +  rm -rf /…
 +
 +Mehr dazu bei [[https://​www.heise.de/​newsticker/​meldung/​Linux-rm-rf-soll-keine-UEFI-Systeme-mehr-kaputt-machen-3113433.html|heise]] und im entsprechenden [[https://​git.kernel.org/​pub/​scm/​linux/​kernel/​git/​torvalds/​linux.git/​commit/?​id=0389075ecfb6231818de9b0225d3a5a21a661171|Kernel-Patch]]
 +
 +
 +====== Wiederherstellung des Systems ======
 +Rettungssystem ( z.B. sysrcd, knoppix ) booten
 +
 +===== Schritte im Rettungs-System =====
 +==== Wiederherstellung der Partitionierung ====
 +Partitionierung anhand der Informationen aus der gesicherten Datei ''​sicherung.parted''​ und/oder gemäß ''​etc/​fstab''​ aus dem Backup wie in [[Partitionierung]] beschrieben anlegen
 +
 +Bitte Typ der Partitionstabelle (''​gpt''​ oder ''​msdos''​) beachten. ​
 +==== Wiederherstellung LVM ====
 +Partitionierung anhand der Informationen aus der gesicherten Datei ''​sicherung.pvdisplay'',​ ''​sicherung.vgdisplay'',​ ''​sicherung.lvdisplay''​ und/oder gemäß ''​etc/​fstab''​ aus dem Backup wie in [[lvm]] beschrieben anlegen ​ ((
 +IDs der Physical Volumes herausfinden:​
 +  less ~/​sicherung.vg
 +Physical Volumes anlegen:
 +  pvcreate -ff --zero y --restorefile ~/​sicherung.vg --uuid I6oYXy-pdNv-gXH3-Prf8-azlo-zwQr-Srm8wX /dev/sdaX
 +  ...
 +Name der Volume Group herausfinden:​
 +  less ~/​sicherung.vg
 +Volume Group und Logical Volumes wiederherstellen:​
 +  vgcfgrestore -f ~/​sicherung.vg centos_notebook17
 +))
 +In Knoppix muss dazu zuerst lvm2 gestartet werden:
 +  service lvm2 start
 +
 +==== Dateisysteme anlegen====
 +Dateisysteme mit ''​mkfs.*''​ gemäß ''​etc/​fstab''​ aus dem Backup anlegen. Dabei wenn nötig die Dateisystem-Einstellungen aus der Sicherung berücksichtigen (UUID, ...)
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +  mkfs.ext4 -U xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx /dev/sdaX
 +((''​xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx''​ steht hier für die UUID aus der Sicherung))
 +
 +oder
 +  mkfs.xfs -m uuid=xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx /dev/sdaX
 +((''​xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx''​ steht hier für die UUID aus der Sicherung))
 +
 +oder
 +  mkfs.vfat -i xxxxxxxx /dev/sdaX
 +((Eine UUID die von ''​blkid''​ im Format ''​%%UUID="​066B-5CE0"​%%''​ ausgegeben wurde muss ''​mkfs.vfat''​ mit ''​066B5CE0''​ (also ohne Minus) übergeben werden))
 +...
 +
 +==== Swap anlegen ====
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +  mkswap -U xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx /dev/sdaX
 +
 +
 +==== Mounten der Zielpartitionen ====
 +In ''/​mnt/​backup/​dateien/​etc/​fstab''​ aufgeführte Mountpoints mit ''​mkdir -p''​ anlegen und Dateisysteme mit ''​mount''​ einhängen: (( evtl. mount-optionen ( z.B. acl ) beachten )) 
 +((''/​dev/​sdaX''​ ist hier nur ein Beispiel für ein Speichergerät ( Partition, LVM, ...). Liegt das Dateisystem auf einem Logical Volume, dann heißt das root-Device ''/​dev/​mapper/​xxx''​ oder ähnlich))
 +  mkdir -p /tmp/system
 +  mount /dev/sdaX /tmp/system
 +
 +  mkdir -p /​tmp/​system/​boot
 +  mount /dev/sdaY /​tmp/​system/​boot
 +...
 +
 +==== Wiederherstellen der Dateien mit rsync über ssh ====
 +((mehr siehe [[rsync]]))
 +  rsync -aSH --acls --xattrs ​ --numeric-ids --del -e ssh root@server:/​mnt/​backup/​dateien/​ /​tmp/​system ​
 +
 +evtl. ACLs und erweiterte Dateisystemattribute berücksichtigen
 +(( Notlösung: Berechtigungen (teilweise) wiederherstellen,​ wenn sie nicht richtig gesichert wurden
 +  rpm -qa | xargs rpm --setperms
 +Todo: debian?
 +))
 +=== Ubuntu ===
 +  rsync -aSH --acls --xattrs ​ --numeric-ids --del -e ssh --rsync-path="​sudo rsync" user@server:/​mnt/​backup/​dateien/​ /​tmp/​system ​
 +
 +=== Wiederherstellen der ACL-Dateirechte ===
 +nur nötig, wenn ''​rsync''​ bzw. ''​tar''​ das nicht kann
 +  mount -o remount,acl /​tmp/​system/​
 +  cd /tmp/system
 +  setfacl --restore sicherung.acl
 +
 +=== Wiederherstellen der SELinux Attribute ===
 +nur nötig, wenn ''​rsync''​ bzw. ''​tar''​ das nicht kann
 +( nicht erfolgreich getestet ... )
 +  mount -o remount,​user_xattrs /tmp/system
 +  cd /tmp/system
 +  setfattr -h --restore sicherung.attr
 +oder
 +  touch /​tmp/​system/​.autorelabel
 +
 +===== Bootfähig machen =====
 +==== chroot vorbereiten ====
 +  mount --rbind /dev  /​tmp/​system/​dev
 +  mount --rbind /proc /​tmp/​system/​proc
 +  mount --rbind /sys  /​tmp/​system/​sys
 +
 +(( nicht alle diese Befehle sind in allen Fällen notwendig! grub braucht hauptsächlich /dev, und das ist, wenn man zuvor beim Sichern mit ''​mount --bind''​ gearbeitet hat, schon minimal befüllt. Kann man also weglassen, aber wenn grub meckert, sollte man das versuchen! ​
 +Ich habe es schon erlebt, dass die Datei ''/​etc/​mtab''​ falsche Informationen enthält. Falls das so ist, kann man sie so ersetzen:
 +  mv /​tmp/​system/​etc/​mtab ​ /​tmp/​system/​etc/​mtab.bak
 +  cp -a /​proc/​mounts /​tmp/​system/​etc/​mtab
 +Nach dem chroot nicht vergessen, die ''/​etc/​mtab''​ wiederherzustellen:​
 +  mv /​tmp/​system/​etc/​mtab.bak /​tmp/​system/​etc/​mtab
 +))
 +
 +=== Alternativ ohne rbind ===
 +  mount --bind /dev /​tmp/​system/​dev
 +  mount --bind /dev/pts /​tmp/​system/​dev/​pts
 +  mount --bind /proc /​tmp/​system/​proc
 +  mount --bind /sys /​tmp/​system/​sys
 +
 +/run ist sinnvoll bei der Verwendung von lvm oder raid
 +  mount --bind /run /​tmp/​system/​run
 +  ​
 +==== UEFI ====
 +(nur bei UEFI-Systemen)
 +
 +=== einfache Alternative:​ grub-efi über efi ===
 +Bei einfachen Installationen ist grub-efi der zweite Bootloader hinter efi.
 +In diesem Fall reicht
 +
 +  grub-install dummy
 +
 +Voraussetzung dafür ist, dass die EFI-System-Partition (ESP) an die richtige
 +Stelle gemountet ist (/​boot/​grub/​efi)
 +
 +Nachfolgend die Befehle, die notwendig sind, ein reines EFI-System wiederherzustellen
 +oder wenn alle EFI-Informationen verloren sind
 +
 +=== efivars schreibbar machen ===
 +  mount -o rw,remount /​tmp/​system/​sys/​firmware/​efi/​efivars
 +oder (falls ''/​tmp/​system/​sys/​firmware/​efi/​efivars''​ kein mountpoint ist)
 +  mount -t efivarfs efivarfs /​tmp/​system/​sys/​firmware/​efi/​efivars
 +
 +=== Schritte im chroot Zielsystem ===
 +  chroot /tmp/system /bin/bash
 +
 +=== EFI Variablen schreiben ===
 +Die folgenden Shell-Variablen gemäß Ausgabe von
 +  ls /​boot/​efi/​EFI/​
 +und der Datei ''​sicherung.efivars''​ setzen:
 +
 +  efi_label='​Name der Distribution'​
 +  distro='​DISTRIBUTION'​
 +  boot_device='/​dev/​sda'​
 +  esp_partition_id=2
 +  efibootmgr --create --disk "​$boot_device"​ --part "​$esp_partition_id"​ --label 'UEFI OS' --loader '​\EFI\BOOT\BOOTX64.EFI'​
 +  efibootmgr --create --disk "​$boot_device"​ --part "​$esp_partition_id"​ --label "​$efi_label"​ --loader "​\\EFI\\$distro\\SHIMX64.EFI"​
 +
 +=== Grub2 konfigurieren ===
 +
 +In CentOS 8 BLSCFG abschalten:
 +<file txt /​etc/​default/​grub>​
 +
 +GRUB_ENABLE_BLSCFG=false
 +
 +</​file>​
 +TODO: Lösung mit BLSCFG finden
 +
 +== CentOS ==
 +  grub2-mkconfig -o /​boot/​efi/​EFI/​$distro/​grub.cfg
 +
 +== Debian, Ubuntu ==
 +  dpkg-reconfigure grub-efi-amd64
 +oder
 +  update-grub2
 +
 +=== EFI Variablen prüfen ===
 +  efibootmgr -v
 +
 +  * Partition unique GUID: muss zur ESP Partition passen
 +  * The path of the EFI image to boot must use \ (backslash) instead of / (forward slash) as path separator.
 +
 +==== BIOS: Bootloader in mbr schreiben ====
 +(nur bei BIOS-Systemen)
 +
 +=== Schritte im chroot Zielsystem ===
 +  chroot /tmp/system /bin/bash
 +
 +=== grub2 wiederherstellen ===
 +== Debian (ab 6.0), Ubuntu (ab 16.04) ==
 +  grub-install /dev/sda
 +  update-grub2
 +
 +== openSuSE 12.2 ==
 +  grub2-install /dev/sda
 +  update-bootloader --refresh
 +
 +== CentOS 7 ==
 +  grub2-install /dev/sda
 +  grub2-mkconfig > /​boot/​grub2/​grub.cfg
 +
 +== andere ==
 +  grub2-install /dev/sda
 +  grub-mkconfig > /​boot/​grub/​grub.cfg
 +
 +=== grub1 / grub legacy wiederherstellen ===
 +Grub in den MBR schreiben:
 +  grub
 +  > root (hd0,0)
 +  > setup (hd0)
 +  > quit
 +
 +oder mit
 +  grub-install --recheck --no-floppy hd0
 +
 +
 +==== reboot ====
 +chroot-Umgebung (z.B. mit ''​Strg+d''​) verlassen und
 +  reboot
 +
 +===== Anpassungen bei geänderter Hardware oder geänderten Partitionen =====
 +Je nach dem wie sich die Hardware geändert hat, sind folgende Bereiche anzupassen:
 +
 +==== Format Partitionstabelle ====
 +Wenn die neue Festplatte größer als 2TB ist, dann GPT als Format für die Partitionstabelle verwenden. ​
 +
 +Wenn Linux von der Festplatte auch booten soll, dann braucht Grub vor der ersten Partition etwas Platz. Die erste Partition sollte daher - wie heute üblich - bei Block 2048 (= 1MiB ≈ 1,05MB) starten. Alternativ kann man diesen unpartitionierten Bereich mit einer [[wp>​BIOS boot partition|BIOS Boot Partition]] z.B. von Block 34 bis Block 2047 vor Veränderungen schützen. ​
 +
 +((aus dem [[https://​wiki.archlinux.org/​index.php/​GUID_Partition_Table#​Convert_from_MBR_to_GPT|archlinux-Wiki]]:​ //Keep in mind that if your Boot-Manager is GRUB, it needs a BIOS Boot Partition. If your MBR Partitioning Layout isn't too old, there is a good chance that the first partition starts at sector 2048 for alignment reasons. That means at the beginning will be 1007 KiB of empty space where this bios-boot partition can be created. To do this, first do the mbr->gpt conversion with gdisk as described above. Afterwards, create a new partition with gdisk and manually specify its position to be sectors 34 - 2047, and set the EF02 partition type.// ​
 +))
 +((
 +aus der [[http://​www.gnu.org/​software/​grub/​manual/​html_node/​BIOS-installation.html|GRUB Doku]]: //When creating a BIOS Boot Partition on a GPT system, you should make sure that it is at least 31 KiB in size. (GPT-formatted disks are not usually particularly small, so we recommend that you make it larger than the bare minimum, such as 1 MiB, to allow plenty of room for growth.) You must also make sure that it has the proper partition type. Using GNU Parted, you can set this using a command such as the following://​
 +
 +  parted /dev/disk set partition-number bios_grub on
 +
 +//If you are using gdisk, set the partition type to ‘0xEF02’. With partitioning programs that require setting the GUID directly, it should be ‘21686148-6449-6e6f-744e656564454649’. //))
 +
 +==== /boot auf separater Partition ====
 +Bei Debian mit UEFI anpassen: ''/​boot/​efi/​EFI/​debian/​grub.cfg''​
 +==== Bootloader grub ====
 +''/​boot/​grub/​menu.lst''​ :
 +
 +Neue Partitionsnummern beachten, wichtig sind z.B. 
 +  * die Einstellungen zur Boot-Partition ( ''​root''​ ) in Grub-Terminologie
 +  * die Lage des Kernels ( ''/​boot/​vmlinuz*''​ oder ''/​vmlinuz*''​ )
 +  * Kernel-Parameter zum root-Dateisystem ( ''​root= ...''​ )
 +
 +==== Bootloader grub2 ====
 +''/​boot/​grub/​grub.cfg''​ : (sollte automatisch über ''​update-grub2''​ erstellt werden)
 +
 +Neue Partitionsnummern beachten, wichtig sind z.B. 
 +  * die Einstellungen zur Boot-Partition ( ''​root''​ ) in Grub-Terminologie
 +  * die Lage des Kernels ( ''/​boot/​vmlinuz*''​ oder ''/​vmlinuz*''​ )
 +  * Kernel-Parameter zum root-Dateisystem ( ''​root= ...''​ )
 +
 +==== BIOS -> UEFI ====
 +
 +Um ein (ehemaliges) BIOS System auf einer UEFI Hardware wieder herzustellen braucht man 
 +  * Partitionstabelle mit gpt (siehe oben)
 +  * eine FAT32 Partition für ''/​boot/​efi'',​ für den Linux Bootloader Grub allein reicht eine Größe von wenigen MByte. Wenn auch der Linux Kernel und/oder Windows auch drauf soll deutlich größer (500MB?​). ​
 +  * GRUB2:
 +    * Debian: die Pakete ''​grub-efi'', ​ ''​grub-efi-amd64-bin''​ und ''​efibootmgr''​ installieren. Dann ''​grub-install''​ + ''​update-grub''​ ausführen. ​
 +    * Ubuntu: wie bei Debian, zusätzlich optional noch shim bzw. shim-signed
 +    * CentOS: Pakete ''​grub2-efi'',​ ''​grub2-efi-x64-modules''​ und ''​efibootmgr''​ installieren. Dann ''​grub-install''​ + ''​update-grub''​
 +    * SuSE: ''​grub2-x86_64-efi''​ und ''​efibootmgr''​ installieren. Dann ''​grub-install''​ + ''​update-bootloader''​ ausführen.
 +==== /etc/fstab ====
 +''/​etc/​fstab''​ :
 +Neue Partitionsnummern,​ Software-RAID und Logical Volumes beachten
 +
 +==== /etc/mtab ====
 +''/​etc/​mtab''​ :
 +Neue Partitionsnummern,​ Software-RAID und Logical Volumes beachten
 +(( möglicherweise kann man ''/​etc/​mtab''​ auch einfach löschen ))
 +==== Kernel-Module und initrd ====
 +Je nach Änderung muß eine neue [[admin_grundlagen:​initrd|initrd]] erzeugt werden und/oder die bei Booten geladenen Module müssen überarbeitet werden
 +
 +=== dracut (CentOS 8) ===
 +in der chroot-Umgebung
 +  dracut --hostonly --persistent-policy '​by-uuid'​ --force /​boot/​initramfs-4.18.0-80.11.2.el8_0.x86_64.img 4.18.0-80.11.2.el8_0.x86_64
 +
 +=== dracut (CentOS 7 / openSuSE 42.1) ===
 +in der chroot-Umgebung
 +
 +<file txt /​etc/​dracut.conf.d/​10-xfs.conf>​
 +add_drivers+="​ xfs "
 +</​file>​
 +  dracut --force /​boot/​initrd-4.4.87-18.29-default 4.4.87-18.29-default
 +
 +=== CentOS 6 ===
 +in der chroot-Umgebung
 +  mkinitrd --force /​boot/​initramfs-2.6.32-220.el6.x86_64.img 2.6.32-220.el6.x86_64
 +
 +==== udev ====
 +Gerätenamen in ''/​etc/​udev/​rules.d''​ anpassen
 +
 +====== Alternative Sicherungswege ======
 +==== tar über ssh ====
 +=== Sicherung ===
 +  tar cz --numeric-owner --sparse --xattrs --acls --directory /mnt/system . | ssh nutzer@server "cat > /​mnt/​backup/​sicherung.tgz"​
 +
 +=== Wiederherstellen ===
 +  ssh nutzer@server 'cat /​mnt/​backup/​sicherung.tgz'​ | tar xz --numeric-owner --sparse --xattrs --acls --xattrs-include='​*'​ --directory /tmp/system
 +
 +=== Dokumentation ===
 +  * [[tar|Übersicht tar]]
 +  * man tar
 +
 +==== cpio über ssh ==== 
 +=== Sicherung === 
 +((Vermeidet die Probleme von tar und gzip bei Datenfehlern))
 +
 +  cd /mnt/system
 +  find -xdev -depth -print0 | cpio -o0 --sparse --format=crc | bzip2 | ssh nutzer@server 'cat > /​mnt/​backup/​sicherung.cpio.bz2'​
 +
 +=== Wiederherstellen === 
 +  cd /tmp/system
 +  ssh nutzer@server 'cat /​mnt/​backup/​sicherung.cpio.bz2'​ | bunzip2 | cpio -dumin --sparse ​
 +
 +==== rsync ====
 +Auf lokale Platte:
 +  rsync -a --hard-links --sparse --acls --xattrs --numeric-ids --del / /​mnt/​usbdisk/​root/ ​
 +
 +Übers Netz via ssh:
 +  rsync -a --hard-links --sparse --acls --xattrs --numeric-ids --del / server:/​mnt/​backup/​dateien
 +
 +Übers Netz via rsyncd: (( erfordert laufenden rsyncd auf dem Zielsystem //server// ))
 +  rsync -a --hard-links --sparse --acls --xattrs --numeric-ids --del / server::/​backup/​dateien/​
 +
 +==== Platzsparende Hardlink Backups mit rsnapshot ====
 +
 +Installation mit
 +
 +  apt-get install rsnapshot
 +
 +Konfiguration unter:
 +
 +  /​etc/​rsnapshot.conf
 +
 +Dabei wichtig:
 +
 +  snapshot_root ​                         -  wohin soll gesichert werden
 +  interval daily 7                       ​- ​ Wieviele Versionen vom täglichen Backup sollen behalten werden?
 +  interval weekly 4                      -  Wieviele Versionen vom wöchentlichen Backup sollen behalten werden?
 +  interval monthly 6                     ​- ​ Wieviele Versionen vom monatlichen Backup sollen behalten werden?
 +  backup ​   /​quelle ​    ​zielrechner/ ​    ​- ​ Zb localhost/ oder im Zusammenhang mit SSH gebrauchen
 +
 +Testen der Config
 +
 +  rsnapshot configtest
 +
 +Danach kann man das Ganze erst einmal im Probedurchlauf testen ohne wirklich Dateien zu schreiben:
 +
 +  rsnapshot -t daily
 +
 +===== Problem: udev =====
 +Seit Kernel 2.6 und der Einführung von [[udev]] haben Linux Distributionen das Verzeichnis ''/​dev''​ von einem temporären Dateisystem überdeckt. Linux benötigt ​ diese überdeckten Dateien aber beim Booten. Neuere Distributionen (RHEL / CentOS 6, ...) tun das nicht mehr.
 +
 +Lösungswege:​
 +
 +  - Beim Backup das Verzeichnis ''/​dev''​ explizit angeben. Die wichtigsten Gerätedateien sollten auch darin enthalten sein.
 +  - Auf das Orginalsystem kann man mit ''​mkdir /tmp/system && mount --bind / /​tmp/​system''​ zugreifen. Die Sicherung muss man dann mit ''​tar czpf /dev/st0 --numeric-owner --directory /tmp/system .''​ starten. ​
 +
 +FRAGE: das müsste doch durch die bind-mounts nach /mnt/system gelöst sein, oder?!
 +
 +Antwort: richtig
 +
 +====== Dokumentation ======
 +  * [[http://​www.linux-magazin.de/​Artikel/​ausgabe/​2002/​04/​rsync/​rsync.html]]
 +====== Software ======
 +  * [[http://​www.dirvish.org]]
 +  * [[http://​www.mondorescue.org/​]]
 +  * [[http://​www.partimage.org/​Main_Page]]